Unternehmen setzen weiterhin auf Nachhaltigkeit (?)
Auf jeden Fall setzen die Wachstums-Champions unter den Unternehmen weiterhin auf Nachhaltigkeit!
Viele Unternehmen fragen sich, ob sich Nachhaltigkeit überhaupt noch lohnt und einen Fokus haben sollte – z.B. angesichts der Forderungen der Trump-Regierung in den USA an Unternehmen, sich aus dem Klimaschutz und anderen Themen zurückzuziehen.
Daniel Baumann, Chefredakteur Nachhaltigkeit bei dfv Mediengruppe, kommentierte in einem LinkedIn-Beitrag (Link): Das kommt jetzt vielleicht überraschend: Aber die Wachstums-Champions unter den Unternehmen setzen auf Nachhaltigkeit. Auch in diesen Zeiten. 🌱
Das ist das Ergebnis aktueller Untersuchungen. Demnach zeigen sich inzwischen klare Best Practices, wie Nachhaltigkeit in kommerziellen Wert verwandelt werden kann. Führende Unternehmen wissen das für sich zu nutzen.
➡️ Wir haben 12 Wertschöpfungsfaktoren zusammengestellt, mit denen Unternehmen ihr grünes Business zum Wachsen bringen können (siehe nachstehend).
Und auch wenn es vielleicht langweilig erscheint: Nachhaltigkeitsstrategie und Nachhaltigkeitsreporting sind die Basis von allem. Denn die Analysen sind eindeutig: Je reifer eine Organisation bei der Nachhaltigkeit ist, desto besser gelingt grüne Wertschöpfung. Oder wie Wissenschaftler formulieren: „Nur wenn Unternehmen Nachhaltigkeit vollständig in jeden Aspekt ihrer Organisation integrieren, werden Business Cases deutlich, die sonst nicht erkennbar wären.“
Zwei weitere Wertschöpfungsfaktoren:
➡️ Unternehmen unterschätzen, wie sehr ihre B2B-Kunden sich Nachhaltigkeit wünschen. Dadurch kommunizieren sie falsch, machen die falschen Angebote und bepreisen nachhaltigere Produkte zu niedrig. Eine gezielte Analyse der Nachhaltigkeitsstrategien der Kunden sowie derer Produkte schafft Abhilfe.
➡️ Konsequente Digitalisierung des Nachhaltigkeitsmanagements. Der Einsatz digitaler Tools ist ein eindeutiger Hinweis darauf, wie gut grüne Wertschöpfung gelingt.
Alle 12 Wertschöpfungsfaktoren in dem GreenWorks-Artikel unter https://lnkd.in/eMggwCPU
- Nachhaltigkeitsbericht erstellen
- Tatsächlich nachhaltiger werden
- Nachhaltigkeit in Marketing und Verkauf verankern
- Kundenbedürfnisse wirklich verstehen
- Nach neuen Kunden Ausschau halten
- Konsequent digitalisieren
- Incentivierung anpassen (Anreizstrukturen)
- Partnerschaften schliessen
- Innovation und Produktentwicklung beschleunigen
- ??? ausgelassen
- In die Beschäftigten investieren
- Nachhaltigkeit neu framen
Dokumente: Die Erkenntnisse entstammen der globalen CEO-Studie von Accenture, dem Visionary CEO-Guide von Bain & Company und dem Leitfaden Tackling the Climate Challenge and Creating Value von BCG.
Isabell Lenz hat ziemlich zeitgleich in ihrem LinkedIn-Beitrag «𝗡𝗮𝗰𝗵𝗵𝗮𝗹𝘁𝗶𝗴𝗸𝗲𝗶𝘁 𝗶𝗻 𝗭𝗲𝗶𝘁𝗲𝗻 𝗽𝗼𝗹𝗶𝘁𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗿 𝗧𝘂𝗿𝗯𝘂𝗹𝗲𝗻𝘇𝗲𝗻 - 𝘀𝗶𝗻𝗱 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝗻𝗲𝗵𝗺𝗲𝗻 𝘁𝗮𝘁𝘀ä𝗰𝗵𝗹𝗶𝗰𝗵 𝗮𝘂𝗳 𝗱𝗲𝗺 𝗥ü𝗰𝗸𝘇𝘂𝗴?» ausgeführt:
Eine Studie aus dem Harvard Business Review kommt zu spannenden Ergebnissen: Untersucht wurden 75 grosse Unternehmen (S&P 100, STOXX Europe, Fortune 500), davon 49 aus den USA und 26 aus der EU im Zeitraum zwischen April 2024 - Mai 2025.
☝ Nur 8 % der Unternehmen haben ihre Nachhaltigkeitsbemühungen wesentlich zurückgefahren, und weitere 5 % haben ihre öffentlichen Botschaften geändert, während sie ihre Programme unverändert beibehalten haben.
📢 53 % setzen ihre Bemühungen unverändert fort und 32 % weiten sie sogar aus.
🚨 Die Autoren resümieren: "What’s really shifting is visibility, not underlying strategy." Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch die CEO Studie 2025 von Bain: "While CEOs speak less about sustainability, they continue to act”.
Während die Medienberichterstattung von einzelnen Unternehmensbeispielen den Zusammenbruch von ESG suggeriert, scheint Greenhushing eine weit verbreitete Strategie. Dieses strategische Schweigen ist gefährlich, weil es von wichtigen Stakeholdern als Irrelevanz verwechselt werden könnte und das Vertrauen in Nachhaltigkeit als langfristigen Werttreiber schädigt.
Ernüchterung stellt sich aber ein, wenn wir das Länder-Ranking im CCPI (Climate Change Performance Index) betrachten (Link). Die grossen CO2-Verursacher wie China, USA, Russland, Türkei, Japan, Saudi-Arabien, Iran, Kanada, etc. sind dort auf den letzten Plätzen zu finden (> 53 bis 67). D.h. die Beiträge der Wachstums-Champions allein reichen nicht aus, um dier Klimaziele zu erreichen - aber sie sind ermutigend!