Mikroplastik und ihre verheerenden Auswirkungen sowie Meeresverschmutzung

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Drei weitere interessante LinkedIn-Beiträge zu Mikroplastik und ihre verheerenden Auswirkungen sowie Meeresverschmutzung. Hinweis: bereits am 01.12.2025 hatten wir einen ersten Beitrag zu Mikroplastik veröffentlicht (Link):

1. Beitrag von Carlo Angeles (in Englisch) - Link

Seit Jahren sprechen wir über Mikroplastik in den Ozeanen. Als Nächstes sind die Böden dran. Und die Zeichen stehen auf Alarm.

Eine aktuelle Studie der Seoul National University enthüllt etwas zutiefst Beunruhigendes darüber, wie Plastik das Leben unter unseren Füssen verändert. Die Forscher verfolgten Nematoden – mikroskopisch kleine Würmer, die für Bodensysteme von grundlegender Bedeutung sind.

  • Sie recyceln Nährstoffe.
  • Sie unterstützen das Pflanzenwachstum.
  • Sie sind buchstäblich Teil des lebenden Mechanismus der Landwirtschaft und der Ökosysteme. 🪱

Das Schockierende daran:

  • Mikroplastik sendet chemische Signale aus, die Nematoden mehr anziehen als echte Nahrung.
  • Plastik wirkt begehrenswert. Nicht weil es nährt – sondern weil es das Verhalten manipuliert. Und die Kosten sind hoch.
  • Die Exposition gegenüber Mikroplastik reduzierte die Fortpflanzung der Nematoden um ~40 %, was auf giftige Zusatzstoffe zurückzuführen ist, die im Plastik selbst enthalten sind.

Dies ist keine Nischenentdeckung.

Sie offenbart uns drei unbequeme Wahrheiten:

  • Die Biodiversität des Bodens wird chemisch verändert, nicht nur kontaminiert.
  • Die Bodengesundheit – die Grundlage von Nahrungsmittelsystemen und Kohlenstoffkreisläufen – wird still und leise zerstört.
  • Wir unterschätzen die biologischen Risiken einer chronischen Mikroplastikbelastung massiv.

Gesunde Böden sind keine Option. Sie sind die Infrastruktur für Leben, Wirtschaft und Stabilität. Und wir verschmutzen sie mit Materialien, die wir kaum verstehen.

Die Frage ist nicht mehr, ob Mikroplastik ein Problem ist. Die Frage ist, ob unsere Regierungsführung, Regulierung und Materialsysteme schnell genug reagieren, um irreversible Schäden zu verhindern.

 

2. Beitrag von Piyumi Lalithya Karunarathna (in Englisch) – Link

Meeresverschmutzung besteht nicht nur aus Plastik...

Wenn wir den Begriff Meeresverschmutzung hören, denken wir oft an Plastikmüll. Plastik ist zwar ein grosses Problem, aber Meeresverschmutzung ist viel komplexer und wissenschaftlich vielschichtiger, als viele Menschen glauben.

Meeresverschmutzung kann grob in physikalische, chemische und biologische Verschmutzung unterteilt werden.

🔸️ Zu der physikalischen Verschmutzung gehören Plastik, zurückgelassene Fischereiausrüstung, Mikroplastik und feste Abfälle. Mit der Zeit zerfallen grössere Plastikteile in Mikroplastik, also Partikel, die kleiner als fünf Millimeter sind und mittlerweile im Meerwasser, in Sedimenten und sogar in Meeresorganismen vorkommen, die vom Menschen verzehrt werden.

🔹 Chemische Verschmutzung umfasst Ölverschmutzungen, Schwermetalle wie Quecksilber und Blei, nitrat- und phosphatreiche landwirtschaftliche Abwässer sowie industrielle Abwässer. Diese Substanzen können die marinen Nahrungsnetze durch Bioakkumulation und Biomagnifikation stören, wobei sich die Toxine auf höheren trophischen Ebenen stärker konzentrieren.

🔸️ Biologische Verschmutzung entsteht durch die Einleitung von unbehandeltem Abwasser und die Einschleppung invasiver Arten über das Ballastwasser von Schiffen. Überschüssige Nährstoffe aus Abwässern und Düngemitteln führen häufig zu Eutrophierung, wodurch schädliche Algenblüten entstehen, die den Sauerstoffgehalt verringern und marine Totzonen schaffen.

In Küstenstaaten wie z.B. Sri Lanka steht die Meeresverschmutzung in engem Zusammenhang mit Aktivitäten an Land. Flüsse fungieren als direkte Transportwege, über die Schadstoffe aus dem Landesinneren in Küsten- und Meeresökosysteme gelangen.

Das Verständnis der wissenschaftlichen Hintergründe der Meeresverschmutzung ist der erste Schritt zur Entwicklung wirksamer Lösungen, die von Abfallwirtschaft und Politikumsetzung bis hin zu einem ökosystembasierten Küstenmanagement reichen.

Die Meeresverschmutzung beginnt an Land, aber ihre Folgen sind unter den Wellen zu spüren.

 

3. Beitrag von Plastikfasten.ch (Link)

Der ARTE-Film „Homo Plasticus“ zeigt, was Forschung heute belegt: Mikroplastik ist nicht nur ein Umweltproblem – es wird auch im menschlichen Körper nachgewiesen, unter anderem in Blut, Lunge und Organen.

Nach den Festtagen, einer Zeit mit besonders hohem Konsum und viel Einweg, lohnt sich ein kurzer Perspektivwechsel:

  • Nicht alles, was praktisch ist, ist harmlos.
  • Und nicht jede Entscheidung ist so neutral, wie sie scheint.

Plastikfasten.ch beschäftigt sich genau mit dieser Schnittstelle zwischen Alltag, Konsum und Wirkung – jenseits von Perfektion, aber mit Fokus auf das, was wirklich zählt.

🎥 Zum Film (Quelle: ARTE):

 

4. Beitrag LinkedIn-Post vom 11.02.26 in englisch - Link
Mikroplastik ist überall. In unseren Ozeanen, in der Luft und sogar in unseren Körpern.
Die European Environment Agency schätzt, dass im Jahr 2022 etwa 0,75 bis 2 Millionen Tonnen Mikroplastik unbeabsichtigt in die Umwelt der EU gelangt sind. Dies entspricht einem Anstieg von 7 bis 9 % seit 2019.

Aber woher kommt es eigentlich?
1) Farben 🎨 (~609.000 Tonnen, +11,2 %). Freigesetzt beim Auftragen, durch Verwitterung und beim Entfernen. Farbe ist die größte Einzelquelle für Mikroplastikverschmutzung.
2) Reifen 🚗 (~474.000 Tonnen, +5,3 %). Die Reibung auf der Straßenoberfläche erzeugt Abriebpartikel. Schwerere Fahrzeuge verursachen mehr Emissionen.
3) Kunststoffgranulat 🔴 (~119.000 Tonnen, +6,2 %). Diese Rohstoffe für Kunststoffprodukte gehen bei der Handhabung und beim Transport verloren und schädigen die Meeresfauna.
4) Textilien 👕 (~21.000–33.000 Tonnen). Synthetische Kleidung verliert beim Waschen, Trocknen und täglichen Tragen Fasern. Die Menge an Mikroplastik aus Textilien blieb zwischen 2019 und 2022 weiterhin rückläufig, wobei die Schätzungen zwischen den Studien erheblich variierten.

Einmal in der Umwelt, ist Mikroplastik fast unmöglich zu entfernen. Deshalb ist Prävention der Schlüssel. Die EU ergreift Massnahmen im Rahmen des Aktionsplans „Null Umweltverschmutzung“ und strebt bis 2030 eine 30-prozentige Reduzierung der Mikroplastikfreisetzung in die Meere an. Dazu gehören Massnahmen wie die REACH-Beschränkung für absichtlich hinzugefügtes Mikroplastik und neue Vorschriften für den Verlust von Kunststoffgranulat.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://lnkd.in/gEJ3HXkm.
Kommentar von bildung-fuer-morgen.ch: Uns war nicht bewusst, dass Farb-Abnutzung und der Reifenabrieb so grosse Quellen für Mikroplastik sind – noch viel grösser als Kunststoff-Granulate selbst.