Gewaltige globale Wohlfahrtsverluste durch CO2-Emissionen und die tatsächlichen Kosten liegen bei 345 €/t
Ein CO2-Preis von 345 €/t – das wäre wohl erforderlich, um dem Klimawandel wirksam zu begegnen und den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu erreichen.
Der aktuelle CO2-Preis liegt aber nur bei 60 Euro/t. SwissRe hat schon vor einigen Jahren einen CO2-Preis von 200 € bis 2030 prognostiziert. Das ist aber immer noch weit entfernt von den 345 €/t als wirkliche Kosten.
In einem LinkedIn-Post hat Thomas Heine dies gepostet (Link)
Kosten des Klimawandels: Kostensatz von 345 € pro Tonne CO2 vom UBA empfohlen
Treibhausgasemissionen tragen zur globalen Erwärmung bei, welche erhebliche Auswirkungen auf Ökosysteme, Infrastruktur, Wirtschaft und die menschliche Gesundheit hat. Die 2024 in Deutschland freigesetzten Treibhausgasemissionen führen nach aktuellen Modellierungen während ihrer Verweildauer in der Atmosphäre zu globalen Wohlfahrtsverlusten in Höhe von 647 Milliarden Euro, wenn man die Schäden für heutige und künftige Generationen gleichermaßen berücksichtigt.
UBA-Präsident Dirk Messner: „Die Berechnungen nach dem neuen Handbuch zeigen, welche enormen Schäden unsere Emissionen bei uns und weltweit verursachen. Wenn wir die Schäden für heutige und künftige Generationen ernst nehmen, müssen wir Klimaschutz als zentrale wirtschaftliche und soziale Vorsorge begreifen. Jede eingesparte Tonne Treibhausgase reduziert reale Schäden: an Gesundheit, Wohlstand, Infrastruktur und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Das Handbuch Umweltkosten zeigt klar, dass uns der Klimawandel teuer zu stehen kommt und unterstreicht die Notwendigkeit von ambitioniertem Klimaschutz.“
Klimaschutz erfordert aber auch eine andere Art der Klimakommunikation. Nachstehend dazu einige Anregungen.
Quelle: Webinar «Klimakommunikation» mit Nicole Haiderer vom 19.02.26
Warum braucht es neue Strategien in der Klimakommunikation?
- Informations-Defizit: Falsche Annahmen können durch das Bereitstellen relevanter Fakten korrigiert werden.
- Wissen–Verhaltens-Lücke: Mehr Wissen führt nicht automatisch zu nachhaltigem Verhalten.
Warum scheitern bisherige Ansätze in der Klimakommunikation?
Ein Grossteil der Klimabotschaften bewirken keine Verhaltensänderung. Warum?
- Zu abstrakte Daten: z.B. 2 Grad Erwärmung statt «Ihr Ort wird 2050 so heiss wie heute Madrid.»
- Fehlende emotionale Ansprache. Die Kommunikation schliesst nicht an Lebensrealitäten an.
- Keine klaren Handlungsoptionen. Was soll ich tun?
Welche psychologischen Barrieren bestehen gegenüber nachhaltigen Verhalten?
- Kognitive Verzerrungen: Verlustaversion (Verlustangst) und Future Discounting (Abwerten der Zukunft)
- Bestehende Gewohnheiten
- Soziale Normen
Hebel für wirksame Klimakommunikation – Was funktioniert?
- Lösungsorientierung statt Problemfokus – Beispiele: «Schau, was Du kaufst» - nachhaltig und in der Schweiz produzierten Käse bevo0rzugen – auf Bio-Label achten / «Weiniger ist weniger» - Käse gemässigt konsumieren – hilft dem Klima und der Natur
- Selbstwirksamkeit stärken – Sie können etwas bewirken! – Beispiel wwf: Du musst nicht perfekt sein, um das Klima zu schützen. Weniger fliegen hilft schon viel.
- Soziale Normen wirkungsvoll kommunizieren – Besipiel: GO #TERRAN – auf diesen Zug kannst Du aufspringen!
Werte und Zielgruppen – Wie erreiche ich die Menschen?
Werte
- Übergeordnete Ziele, die Menschen unabhängig von konkreten Situationen verfolgen.
- Werte beeinflussen die Wahrnehmung und Deutung von Informationen.
- Menschen treffen Entscheidungen auf der Grundlage ihrer Werte.
- Werte unterscheiden sich von persönlichen Einstellungen und sozialen Normen:
→ Einstellungen sind spezifisch, auf einen greifbaren Kontext gerichtet.
→ Soziale Normen kommen von aussen. - Einstellungen und Soziale Normen haben grösseren Spielraum für Veränderung.
- Werte sind weitgehend stabil.
- Menschen handeln nach Werten:
→ Tradition
→ Freiheit
Zusammenfassung
- Wissens-Verhaltens-Lücke: Wissen alleine führt nicht unmittelbar zu Verhaltensänderung.
- Klimakommunikation fokussiert darauf, wissenschaftliche Erkenntnisse alltagsnah und anschlussfähig zu kommunizieren.
- Nachhaltiges Verhalten kann durch Barrieren, wie Soziale Normen, Gewohnheitenund kognitive Verzerrungen verhindert werden.
- Wirkungsvolle Kommunikation setzt Soziale Normen richtig ein, stärkt die Selbstwirksamkeitund fokussiert auf Lösungen.
- Das wichtigste: Kommunikation muss an deine Zielgruppe angepasst sein und deren Lebensrealitäten berücksichtigen.