Die Gemeinwohl-Ökonomie (ECOnGOOD) ist ein alternativer Wirtschaftsansatz zum herrschenden Neoliberalen Wirtschaftsmodell, das sich primär auf Geld und Profite fokussiert.

Nachhaltige Unternehmer*innen haben diesen Ansatz im Jahre 2010 in Wien/Österreich entwickelt, um Nachhaltigkeit und eine stärkere Betonung des Gemeinwohls/-wesen in Wirtschaft und Gesellschaft zu verankern.

Seitdem hat sich die Bewegung international entwickelt mit starken Regionalgruppen in Deutschland, Österreich, Süd-Tirol und Spanien (www.econgood.org). Sie ist in der Schweiz seit 2013 aktiv und als Verein mit soziokratischer Struktur organisiert (www.econgood.ch).

In Anlehnung an das Konzept von education21 werden nachstehend die thematischen Zugänge von BNE (Bildung für nachhaltig Entwicklung) zur Gemeinwohl-Ökonomie dargestellt:

Thematische Zugänge zu «Gemeinwohl-Ökonomie»

BNE
  1. Gesundheit: Gesunde Ernährung, gelingende Beziehungen (positive Werte), Stressreduktion, Work/Life-Balance, Achtsamkeit, ausbalancierte Gesundheitskosten.
    Inhalte
  2. Demokratie und Menschenrechte: Gewaltenteilung (Exekutive/Parlament/Judikative), Meinungsfreiheit und weitere Freiheitsrechte, Transparenz, politische Mitwirkungs-Möglichkeiten, Menschenwürde, 17 UN-Entwicklungsziele, Volksinitiativen, Engagement für das Gemeinwesen, im Quartier und in Vereinen.
    Inhalte
  3. Diversität und interkulturelle Verständigung: Unterschiedlichkeit zulassen, Integration (Zuwanderung), Unternehmens-Kultur-Entwicklung, Mitarbeiter-Entwicklung und -Empowerment, Gleichheit Mann und Frau, Respekt und Toleranz.
    Inhalte
  4. Umwelt und natürliche Ressourcen: Ressourcen-Schonung, CO2-Reduktion/-Neutralität, CO2-Preis/Kosten, erneuerbare Energien, re-use, re-pair, re-cycling, Suffizienz, Effizienz & Konsistenz, Biodiversität, Ökosystemleistungen.
    Inhalte
  5. Konsum und Wirtschaft: bewusster Konsum, verantwortungsbewusste Unternehmen, Internalisierung von Kosten, Solidarität und Kooperation, Machtbegrenzung, «Eingebettete Wirtschaft» (Donut-Ökonomie), Gemeinwohl-Bilanz, Gemeinwohl-Produkt, Gemeinwohl-Prüfung (Investitionen), enkeltauglich und klimafreundlich leben.
    Inhalte
  6. Globale Entwicklung: Mehr Regionalität, Abhängigkeiten reduzieren, Resilienz Lieferketten, Risiken von KI regulieren, Völkerrecht beachten, Kriege beenden.
    Inhalte
  7. Andere Themen: positive Werte leben, Werte der Gemeinwohl-Ökonomie beachten, angemessene Sozialleistungen.
    Inhalte

Die Thematischen Zugänge zur „Gemeinwohl-Ökonomie“ ergeben sich aus den diversen Transformations-Instrumenten (z.B. Gemeinwohl-Bilanz, Gemeinwohl-Produkt, Gemeinwohl-Prüfung, Workshop-Formate, etc.). Diese werden in den Bildungsinhalten (siehe Links „Inhalte“) ausgeführt.

Vision der Gemeinwohl-Ökonomie (ECOnGOOD):

Wir streben eine Wirtschaft (und Gesellschaft) an, die sich an ethischen Werten orientiert, um ein gutes Leben für alle auf einem gesunden Planeten zu ermöglichen. Die Wirtschaft dient dem Gemeinwohl.

Vorstand CH: „ECOnGOOD Switzerland setzt sich seit 2013 ein für eine Schweizer Wirtschaft, die nachhaltig dem Gemeinwohl der heutigen und kommenden Gesellschaft und der Natur dient.“

Botschaften der Gemeinwohl-Ökonomie

  1. Das aktuelle Wirtschaftssystem in Europa/Nordamerika (Neoliberalismus) ist Ursache für die gravierenden ökologischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit (Klimawandel, Verluste Ökosystemleistungen/Biodiversität, Migration, räumliche und soziale Disparitäten (Schere reich/arm), etc.)
  2. Das bestehende Wirtschaftssystem fokussiert primär auf Geld, Profite und Gier (die Kunst, Reichtum zu erlangen) und verschlimmert dadurch die ökologischen und sozialen Herausforderungen – weltweit.
  3. Es braucht einen Werte-Wandel und eine sozial-ökologische Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zu umfassender Nachhaltigkeit, Ethik und mit einem stärkeren Fokus auf das Gemeinwesen/-wohl.
  4. Die Gemeinwohl-Ökonomie als internationale Bewegung hat erprobte Instrumente für diese Transformation entwickelt. Andere alternative Wirtschaftskonzepte (Ansätze) wie Earth4All (Club of Rome), die Donut-Ökonomie, die pluralistische Ökonomie, Postwachstum, u.a. ergänzen diese Instrumente.
  5. Zu den wirkungsvollsten Instrumenten von ECOnGOOD gehören die «Gemeinwohl-Bilanz» für Unternehmen/Organisationen und die Gemeinden/Städte, das «Gemeinwohl-Produkt» als Alternative (Ergänzung) zum BIP, die «Gemeinwohl-Prüfung» von Investitionen und der Gemeinwohl-Selbsttest. Die Gemeinwohl-Ökonomie setzt dabei auf die Werte «Menschenwürde», «Solidarität und Gerechtigkeit», «Ökologische Nachhaltigkeit» sowie «Transparenz und Mitentscheidung».