Die Welt im Jahr 2050

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Es ist schwer, sich bildlich vorzustellen , wie die Welt in 24 Jahren, d.h. im Jahr 2050 aussehen wird. Die betrifft nicht nur die Folgen der aktuellen Krisen und Kriege, sondern vor allem auch den Klimawandel. Der nachstehende LinkedIn-Beitrag von  Torsten Schreiber vom 15.08.26 (Link) gibt hier einen guten Einblick und zeigt, wie sich die klimatischen Verhältnisse auf der Welt verändern werden – sehr zu unserem Nachteil. Trotzdem sind die meisten Menschen weiterhin nicht bereit, ihr Verhalten zeitnah zu verändern und den CO2-Fussabdruck (aus Kohle, Öl und Gas) signifikant zu reduzieren.

#Aussichten | Die multiplen Krisen und politischen Verwerfungen überfordern viele Menschen. Die Wechselwirkungen von Klimawandel, Wirtschaftskrise, Kriegen, Gesellschaftlicher Spaltung, Migration, Inflation, Nahrung sind schwer zu fassen.
Seit knapp 20 Jahren befassen sich Wissenschaftler und Experten mit den Prognosen, nicht nur was die Folgen einer immer wärmeren Welt, überhitzter Ozeane und der zunehmende Wassermangel für die Lebensräume auf der Erde bedeuten.
Die erste Karte, wie eine Welt bei fortschreitender Erwärmung Ende des Jahrhunderts aussehen würde, wurde im New Scientist, “Surviving in a warmer world”, Gaia Vince, 28 February 2009. Map/infographic, von Nigel Hawtin veröffentlicht. (Quelle in den Kommentaren)
Ich habe daher mit den aktuellen Daten auch von den inzwischen hochaufgelösten CMIP6-/Köppen-Geiger-Projektionen eine Karte erstellt, wie sich die bewohnbaren und wirtschaftlich nutzbaren Klimaräume der Erde bis etwa 2050 verschieben könnten.
Die Kernannahme ist dabei NICHT ein Extrem-Szenario, sondern exakt der gemessene Pfad auf dem wir heute sind und der selbst bei Klimaschutzmaßnahmen auf mindestens 2.5 Grad im globalen Durchschnitt rausläuft.
Besonders auffällig ist die zunehmende Polwärtsverlagerung gemässigter Klimazonen wie Kanada, Alaska, Nordeuropa und grosse Teile Nordasiens. Diese erhalten längere Vegetationsperioden, zugleich steigen dort jedoch Risiken durch Waldbrände, Starkregen, Schädlinge und tauenden Permafrost. Leider kann sich die Natur auf so kurze epochale Verschiebungen nicht einstellen.
🚨 Die Verschiebung der Klimazonen stellt eine der grössten Bedrohungen für die biologische Vielfalt dar, da sie etablierte ökologische Netzwerke zerreißt.
🌍 Demgegenüber nehmen in den Subtropen und Teilen der Tropen Hitze, Dürre und Wasserstress stark zu. Besonders betroffen sind der Mittelmeerraum, Nordafrika, der Nahe Osten, Teile Südasiens, Australiens und des Amazonasraums. Landwirtschaft wird dort vielerorts schwieriger und stärker von Bewässerung, Anpassung und resilienten Anbausystemen abhängig.
Das gravierendste Risiko entsteht jedoch durch die Kombination aus extremer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit. Vor allem am Persischen Golf und Roten Meer sowie in Teilen der Indus- und Ganges-Ebene könnten einzelne Extremereignisse physiologische Grenzbereiche erreichen. Bei sehr hohen Wet-Bulb-Temperaturen kann der menschliche Körper selbst im Schatten seine Wärme nicht mehr ausreichend abgeben.
Solche Gebiete werden deshalb im Freien kaum oder nicht mehr sicher bewohnbar. In Folge werden Menschen aus diesen Regionen massenhaft migrieren.
Man spricht dann vom Kollaps der sozialen Kohäsion. Die Weltbank prognostiziert in ihrem Groundswell-Bericht, dass bis 2050 rund 100 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika und Millionen im Nahen Osten innerhalb ihrer Regionen aufgrund von Ernteausfällen und Wassermangel vertrieben werden.

Anmerkungen aus der Grafik zu den einzelnen Kontinentszonen:

Arktis: starke Erwärmung, massiver Verlust des Sommer-Meereises, tauender Permafrost

Kanada / Alaska: Nordverschiebung von Wald- und Ackergrenzen, längere Vegetationszeit, mehr Brände

Nordeuropa / Skandinavien: milder, länger frostfrei, aber mehr Starkregen und Schädlinge

Mittelmeerraum / Südeuropa: heisser und trockener, mehr Dürre, Hitzewellen und Ernteausfälle

Amazonas: wärmer, trockener, höheres Feuer- und Degradationsrisiko

Anden / Westküste Südamerika: Gletscherschwund und Wasserstress; Küsten zusätzlich durch El-Niño-Extreme belastet

Sahel / Westafrika: starke Hitzebelastung, variable Niederschläge, regional teils mehr Vegetation, aber hohe Unsicherheit

Nordafrika / Naher Osten: extreme Hitze und Wasserknappheit; Golf und Rotes Meer als Kernzonen physiologischer Hitzegrenzen

Ostchina: mehr gefährliche Feucht-Hitze, Hitzewelle und Starkregen/Flutkombinationen

Südostasien: sehr hohe Luftfeuchte, zunehmender Hitzestress, Küsten- und Deltarisiken

Südasien: Indus- und Ganges-Ebene als wichtigster Hotspot für gefährliche Feuerhitze, sehr viele Menschen betroffen

Australien: heisseres Inland, trockener Süden, mehr Buschbrandrisiko

Pazifische Inseln & Deltas: Meeresspiegelanstieg und häufigere Küstenüberflutungen