Krisenbewältigung als Führungskraft + 16 Sätze, die emotionale Intelligenz zeigen.

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Am 09. Juni 2026 fand das Webinar zu «New Work und moderne Unternehmenskulturen» statt. Dabei ging es auch um das Thema gute und menschenverstehende «Führung». Die Präsentation und die Aufzeichnung des Webinars sind hier zu finden (Link). Im Nachgang zum Webinar sind uns zwei LinkedIn-Beiträge aufgefallen, die das Thema «Krisenbewältigung» sowie «Sätze, die emotionale Intelligenz zeigen» gut darstellen und von Führungskräften beachtet werden sollten. Viel Spass beim Durchlesen.

 

Krisenbewältigung als Führungskraft

LinkedIn-Beitrag von Miriam Sabogal vom 08. Juni 2026 (Link)

Wenn die Krise an die Tür klopft, zeigt sich Führung nicht im Organigramm – sondern im Tonfall - im Blick. In der Fähigkeit, ruhig zu bleiben, während innen die Alarmanlage blinkt.

Krisenbewältigung heisst nicht: „Ich habe alles im Griff.“ Sondern: Ich gebe Orientierung, ohne falsche Sicherheit zu verkaufen.“

10 Führungsprinzipien für herausfordernde Zeiten:

1️⃣ Klar kommunizieren: Sag, was bekannt ist. Und was offen bleibt.

2️⃣ Empathie zeigen: Hör auf das, was zwischen den Zeilen zittert.

3️⃣ Flexibel bleiben: Passe Wege an, ohne Schleudergang auszulösen.

4️⃣ Fundiert entscheiden: Nicht hektisch. Nicht endlos warten.

5️⃣ Resilienz stärken: Schaffe Räume für Austausch und Unterstützung.

6️⃣ Prioritäten setzen: Nicht alles ist gleich wichtig. Klarheit spart Energie.

7️⃣ Gesundheit schützen: Kein Team läuft dauerhaft im roten Bereich.

8️⃣ Zusammenhalt fördern: Krise isoliert. Gute Führung verbindet.

9️⃣ Vision vermitteln: Menschen brauchen ein Wofür, wenn das Wie wackelt.

🔟 Feedback ermöglichen: Konkret, wertschätzend, lösungsorientiert.

Führung in Krisen ist kein lautes Kommando von der Brücke. Sie ist eher wie ein innerer Leuchtturm: ruhig, sichtbar, verlässlich.

Nicht weil der Sturm kleiner wird. Sondern weil Menschen wissen, woran sie sich orientieren können.

 

16 Sätze, die deine emotionale Intelligenz zeigen. Die richtigen Worte im richtigen Moment. Sie bauen Vertrauen, lösen Konflikte und stärken Beziehungen.

LinkedIn-Beitrag von Peter Wyden vom 06. Juni 2026 (Link)

Du brauchst keine besseren Antworten als Führungskraft  - Du brauchst bessere Fragen. Was ich früher unterschätzt habe: Nicht Strategien entscheiden über Beziehungen, sondern die kleinen Sätze im Alltag. Sätze, die Türen öffnen oder sie schliessen.

  1. Wenn du unter Druck stehst: «Ich brauche einen Moment, um meine Gedanken zu sammeln»
  2. Wenn du konstruktives Feedback gibst: «Ich schätze Deine Arbeit an diesem Punkt. Wäre es für dich ok, wenn ich einen Vorschlag teile, der helfen könnte?»
  3. Wenn jemand einen Fehler macht: «Was können wir daraus lernen, um es beim nächsten Mal besser zu machen?»
  4. Wenn du dich entschuldigst: «Es tut mir leid. Ich verstehe, wie meine Handlungen dich beeinflusst haben. Wie kann ich es wieder gutmachen?»
  5. Wenn du Vertrauen aufbaust: «Ich möchte deine Sichtweise verstehen, bevor wir eine Entscheidung treffen»
  6. Wenn du ausgebrannt bist: «Ich muss einen Schritt zurücktreten und neue Energie tanken. Können wir das später noch einmal besprechen?»
  7. Wenn du Konflikte managst: «Deine Perspektive ist mir wichtig. Wie können wir eine Lösung finden, die für alle funktioniert?»
  8. Wenn du Empathie zeigst: «Ich höre, wie schwierig das für dich ist. Welche Art von Unterstützung wäre dir gerade am hilfreichsten?»
  9. Wenn Du dich überwältigt fühlst: «Ich bin gerade an meiner Kapazitätsgrenze. Können wir Prioritäten setzen oder zusätzliche Ressourcen besprechen?»
  10. Wenn du ängstlich bist: «Ich fühle mich unsicher bei dieser Deadline. Können wir das in kleinere Schritte aufteilen?»
  11. Wenn du wütend bist: «Ich brauche etwas Zeit, um meine Emotionen zu verarbeiten, bevor wir darüber sprechen.»
  12. Wenn du Ermutigung gibst: «Du hast schon so viel gepackt. Ich weiss, Dass du das schaffst. Wie kann ich dich unterstützen?»
  13. Wenn du um Feedback bittest: «Ich würde gerne deine Sicht auf meine Handlung hören. Hast du Vorschläge, wie ich mich verbessern kann?»
  14. Wenn du Feedback erhältst: «Danke für dein Feedback. Das gibt mir eine konkrete Grundlage, woran ich arbeiten kann.»
  15. Wenn du Grenzen setzt: Um qualitativ gute Arbeit abzuliefern, muss ich realistisch sein, was ich übernehmen kann.»
  16. Wenn du jemanden verantwortlich hältst: «Dieses Commitment ist mir wichtig. Lass uns verstehen, was gerade im Weg steht, damit wir wieder auf Kurs kommen.»

Ich (Peter Wyden) habe immer wieder erlebt, was passiert, wenn Führungskräfte diese Momente bewusst gestalten:
✔️ Konflikte lösen sich.
✔️ Gespräche bleiben ruhig.
✔️ Menschen öffnen sich wieder.

Nicht, weil jemand die perfekte Lösung hat, sondern weil jemand die richtigen Worte findet. Das ist emotionale Intelligenz in der Praxis und sie zeigt sich nicht in grossen Reden.
Oft geht es nicht mehr um Recht, sondern um Verständnis. Der entscheidende Punkt: Menschen wollen nicht zuerst Lösungen. Sie wollen sich gesehen fühlen. Sie wollen merken, dass ihre Sicht zählt. Erst dann entstehen echte Lösungen.

Viele Führungskräfte machen hier den Fehler: Sie springen zu schnell in den Lösungsmodus - ohne Verbindung wirkt selbst die beste Idee wie Druck.

Was stattdessen funktioniert:
✔️ Gefühle anerkennen.
✔️ Neugierig bleiben statt bewerten.
✔️ Raum für ehrlichen Austausch schaffen.

Denn am Ende erinnern sich Menschen nicht an jedes Detail. Aber sie erinnern sich daran, wie sie sich gefühlt haben: gesehen, gehört, respektiert – oder: überfahren, abgewertet, klein
Und genau das ist der Kern moderner Führung, wie wir ihn im Austausch mit Unternehmern immer wieder sehen :
- Führung ist Beziehungsgestaltung.
- Ein Gespräch nach dem anderen.
- Ein Satz nach dem anderen.

Am Ende wird deine Führung an drei Dingen gemessen:
- Dem Vertrauen, das du aufbaust.
- Den Konflikten, die du löst.
- Und den Menschen, die durch dich wachsen.